• "Hallorke"
    Halle hat einen fairen Städtekaffee!erfahre mehr

Fairer Einkaufsführer.

Faire und nachhaltige Alternativen für die Stadt Halle (Saale)

Der Einkaufsführer ist derzeit in gedruckter Form erhältlich an folgenden Stellen:

  • Weltladen Halle (Rannische Straße 18)
  • Friedenskreis Halle e.V.  (Große Klausstraße 11)
  • Lolalü-Laden (Geiststraße 32)
  • ÖkoHalle (Geiststraße 21)
  • Naturata (Trothaer Str. 14)
  • Biomarkt am Reileck (Stephanusstraße 12)
  • Biotopia (Kleine Ulrichstraße 18a)

Um eine Spende (1 Euro) wird gebeten. Die Spende wird für Aktualisierung und Druck benötigt.

Stand November 2017

 

  • 00.Vorwort Open or Close

    Vorwort

    Das Angebot fair gehandelter Produkte steigt - auch in Halle (Saale).

    Mit der vorliegenden 1. Auflage des „Fairen Einkaufsführers für Halle“ wollen wir einen Leitfaden bieten, der den Schwerpunkt auf faire   Arbeitsbedingungen und die Umsetzung der Menschenrechte entlang der Produktionskette legt.
    Unser Anliegen: fairer Lohn für faire Arbeit!

    Gleichzeitig finden weitere Initiativen eines nachhaltigen Lebensstils – gärtnern, reparieren, teilen, wiederverwenden – zunehmend Anklang. Diese Entwicklung begrüßen wir sehr und werden sie auch in diesem Ratgeber an einigen Stellen kurz streifen.

    Die Kampagne Fairtrade Halle und die Projektgruppe „Halle handelt fair“ wollen dazu beitragen, Konsummuster zu verändern: Fairness fängt beim eigenen Verhalten an. Wir wollen die Vision eines verantwortungsvollen und solidarischen globalen Miteinanders in den Alltag holen.

    Dieser Ratgeber wird Ihnen helfen, die vielen verschiedenen Möglichkeiten des Fairen Einkaufs in Halle  zu entdecken. Wir wünschen Ihnen viel Freude dabei!






    Fairer Handel – das Prinzip

    Fairer Lohn für faire Arbeit
    Menschen wollen mit ihrer Arbeit zumindest so viel verdienen, dass sie davon leben können. Oft liegt es an ungerechten Handelsstrukturen, wenn Menschen trotz harter Arbeit kaum überleben können.


    Drei Säulen des Fairen Handels

    Ökonomie: stabile Mindestpreise, langfristige Handelsbeziehungen, Vorfinanzierung
    Ökologie: umweltschonender Anbau, Förderung des Bio-Anbaus ohne Gentechnik
    Soziales: menschenwürdige Arbeitsbedingungen, keine illegale Kinderarbeit, keine  Diskriminierung

    Fairer Handel steht für Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit.
    Durch faire Löhne und langfristige Handelsbeziehungen wird den Produzenten eine menschenwürdige Existenz aus eigener Kraft ermöglicht. Dabei steht der Mensch im Mittelpunkt: Eine eigens ausgezahlte Fair-Trade-Prämie hilft Bildung, Gesundheitsschutz, Gleichberechtigung und Frauenrechte zu verbessern.
    Das Fairtrade-Siegel erhält derjenige, der die Standards der Dachorganisation Fair-trade Labelling Organizations, FLO, einhält.

     

  • 01. Fairer Handel im Aufwärtstrend Open or Close

    Fairer Handel im Aufwärtstrend

    Seitdem der Faire Handel in den frühen 70-er Jahren mit den Slogans „gerechte Preise statt Almosen“ und „Wandel durch Handel“ mit wenigen Produkten – unter anderem dem bis heute klassischen Fair-Handels-Produkt Kaffee – angetreten ist, hat sich viel getan.

    Heute gibt es mehr als 7000 Produkte in 42.000 Verkaufsstellen in Deutschland. In 20.000 gastronomischen Betrieben werden faire Produkte angeboten. Während 2011 noch ca. 5.- Euro pro Kopf und Jahr ausgegeben wurden, sind es im Jahr 2016 ca. 16.- Euro.


    Die Produktpalette hat sich außerordentlich erweitert. Außer Lebensmitteln gehören Blumen, Baumwolle, Kosmetik, Sportbälle zum Sortiment. Die Produkte finden sich nicht nur in den Weltläden, den Fachgeschäften des Fairen Handels, sondern auch in den Regalen großer Supermarktketten. Nach wie vor ist Kaffee das wichtigste Fair-Handels-Produkt und macht 35% des Gesamtumsatzes aus. Der Kaffeekonsum liegt in Deutschland bei 0,41 l pro Tag und Kopf und damit vor Wasser, Bier und Erfrischungsgetränken.


    Aber so schön diese Zahlen aussehen, der Marktanteil des Fairen Handels beträgt nur 3%. Unsere Nachbarländer Großbritannien (Marktführer!), die Niederlande, und die Schweiz – 2015 gaben die Schweizer*innen 62 Franken pro Kopf für Fair-Handels-Produkte aus – sind uns weit voraus. Der Faire Handel nach Verkaufszahlen wächst derzeit in Tschechien, Hongkong und Südkorea.


    In jedem Fall ist jedoch das Bewusstsein bei Verbraucher*innen gestiegen. Immer mehr Menschen ist es nicht gleichgültig, wo und unter welchen Bedingungen die Produkte, die sie konsumieren, hergestellt werden.
    Neuere Studien belegen die Wirksamkeit des Fairen Handels (z.B. CEval vom November 2016) und eine Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen in Afrika, Asien und Lateinamerika. Politiker*innen aller Parteien werben vermehrt für den Fairen Handel.


    Aber es reicht nicht, dass der Faire Handel Vorbildcharakter hat. Fairer Handel sollte die Regel, nicht die Ausnahme sein. Dafür müssen verstärkt Themen wie gerechter Welthandel, nachhaltige Entwicklung und nachhaltiger Konsum in den Mittelpunkt gerückt werden.


    Infos:
    www.fairtrade.de
    www.fairtrade-deutschland.de
    www.forum-fairer-handel.de
    www.flocert.net

     

  • 02. Produkte aus Fairem Handel Open or Close

    Produkte aus Fairem Handel

    Das steigende Interesse an fairen und ökologischen Produkten hat zu einer Vielfalt an Siegeln und Labels geführt. Fairtrade-Produkte gibt es auch in vielen  Discountern. Welchen Anbietern, welchen Siegeln kann vertraut werden?

    Weltläden – Pioniere des Fairen Handels
    Weltläden bieten ausschließlich fair gehandelte Produkte an. Sogenannte Ergänzungsprodukte wie Umweltschutzpapier oder Bücher sind eigens gekennzeichnet.
    Darüber hinaus leisten Weltläden Informations-, Bildungs- und Kampagnenarbeit.

    Siegel und Marken
    Faire Produkte sind am sichersten  an Fairtrade-Siegeln erkennbar.  
    Eine Label-App des „Bundesverbandes Verbraucher Initiative“ (www.label-online.de) ermöglicht es, direkt beim Einkauf mehr über die verschiedenen Siegel zu erfahren.
    Teils noch höhere Standards setzen die Marken der anerkannten Fair-Handels-Importeure in Weltläden GEPA, BanaFair, El Puente und dwp.

    Bio und Fair aus einer Hand
    Eine Besonderheit sind die firmeneigenen Logos von Naturland und Rapunzel. Diese übertragen die Fairtrade-Kriterien auf heimische Produkte.

    Infos
    www.weltladenhalle.de
    www.weltladen.de
    www.dwp-rv.de
    www.el-puente.de
    www.gepa.de

    Vergleich von verschiedenen Siegeln:
    www.siegelklarheit.de

    Empfehlenswerte Logos im Fairen Handel:

     
  • 03. Bio - Regional - Fair Open or Close

    Bio - Regional - Fair

    Der Trend zu ökologischen und regionalen Lebensmitteln setzt sich fort
    Frisch, natürlich, gesund – klimafreundlich und gentechnikfrei: So sollen unsere Lebensmittel sein. Der ökologisch und sozial verantwortungsbewusste Konsum bietet umfangreiche Möglichkeiten, zum Wohl von Mensch und Natur zu handeln.

    Die Leitlinie bio – regional – fair vereint die Ziele verschiedener Ansätze

    • Hochwertige und geschmackvolle Lebensmittel
    • Vertrauen durch Transparenz
    • Faire und existenzsichernde Preise
    • Menschenwürdige Arbeitsbedingungen weltweit
    • Erhalt von Arbeitsplätzen in Landwirtschaft und traditionellem Handwerk
    • Sicherung regionaltypischer Kulturlandschaften
    • Erhalt der Umwelt


    Produkte aus biologischem Anbau

    Der Konsumratgeber Halle (Saale) von Greenpeace  gibt einen Überblick über Einkaufsmöglichkeiten, Restaurants und Catering mit biologischen Lebensmitteln in Halle.

    Produkte aus der Region

    Grundsätzlich empfiehlt sich, an der Ladentheke und auf Wochenmärkten nach der genauen Herkunft der Lebensmittel zu fragen und saisonale Angebote zu bevorzugen.
    Die Erzeuger*innen der Biohöfegemeinschaft bieten ein großes Sortiment an Lebensmitteln an, die in Sachsen-Anhalt erzeugt und verarbeitet werden.
    Von Februar bis November findet außerdem jeweils am 1. Donnerstag im Monat von 16 bis 21Uhr auf dem Hallmarkt der BIO-Abendmarkt statt.

    Infos
    www.halle.greenpeace.de/nachhaltiger-konsum-halle
    www.biohoefegemeinschaft.de/projekte/bio-einkaufsfuehrer/
    www.biohoefegemeinschaft.de/projekte/bio-abendmaerkte/
    www.bio-liebt-fair.de
    www.bio-siegel.de
    www.oekologisch-essen.de

     

  • 04. Faires Kaffeekränzchen gefällig? Open or Close

    Faires Kaffeekränzchen gefällig?

    Kaffee als Muntermacher

    Kennen Sie das brillante Geräusch, wenn heißer Kaffee, welcher Ihnen morgens Energie für einen tollen Tag gibt, in Ihre Lieblingstasse läuft? Bekommen Sie auch ein wohliges Gefühl, wenn Sie in einer kurzen Pause das angenehme Röstaroma riechen? Lieben Sie auch die leicht bitteren Noten einiger Kaffeesorten?


    Bitter sind leider auch die Arbeitsbedingungen jener Kaffeebäuer*innen, die den konventionellen Handel mit den leckeren und wertvollen Kaffeebohnen beliefern. Die circa 25 Millionen Kaffeebäuer*innen weltweit arbeiten in 90 Anbauländern, um unseren Genuss zu ermöglichen. Ein Großteil von ihnen arbeitet in kleinbäuerlichen Strukturen und liefert an den konventionellen Handel, der ihnen nur einen Bruchteil des Endverkaufspreises bezahlt. Mit Kaffee als einziger Einnahmequelle, sind die Bäuer*innen damit nicht nur vom Weltmarktpreis abhängig, der durch Nahrungsmittelspekulationen und Klimawandel stark schwankt. Sie sind auch abhängig von mächtigen Konzernen und Zwischenhändler*innen. Um stabile Produktionsmengen zu gewährleisten, setzen die Bäuer*innen außerdem Pestizide ein, die nicht nur die angrenzende Umwelt, sondern auch ihre eigene Gesundheit schädigen.


    Helfen Sie mit und trinken Sie fair gehandelten Kaffee!
    Fairer Handel kann den Kleinbäuer*innen feste Mindestpreise über dem Weltmarktniveau gewährleisten. Mit den Prämien für fair angebauten Kaffee ermöglichen Sie den Produzent*innen außerdem Zuschläge für einen ökologischen Anbau, verlässliche Handelsbeziehungen sowie Investitionen in Bildung und Infrastruktur.

    Mehrwegbecher  in Halle

    In den Mensen des Studentenwerks Halle ist es möglich, seinen Kaffee oder Tee im mitgebrachten Mehrwegbecher zu kaufen. Die Stadt Halle hat außerdem eine Liste der Orte in Halle zusammengestellt, wo man ebenfalls seinen Kaffee im mitgebrachten Mehrwegbecher bekommen kann.

    www.studentenwerk-halle.de
    www.mehrwegbecher.halle.de

  • 05. Hallorke- der Faire Städte-Kaffee Open or Close

    Hallorke- der faire Städte-Kaffee

    Der Partnerkaffee wurde 2014 im Rahmen des Prozesses der Bewerbung der Stadt Halle als Fairtrade-Town eingeführt.
    Es handelt sich beim fairen Städtekaffee in Halle um einen Kaffee aus dem Zusammenschluss von kleinen Kooperativen im Hochland Nicaraguas. Nähere Infos zu dem Kaffee sind zu finden unter www.cafe-chavalo.de

    Der Kaffee wird in Leipzig bzw. in Nordrhein-Westfalen in kleinen Röstereien langzeitgeröstet. Der Kaffee ist biologisch angebaut und fair produziert. Auf der Kaffeetüte steht allerdings kein Fairtrade-Siegel. Er ist vom Weltladen-Dachverband  anerkannt (dies ist eine Möglichkeit für kleinere Erzeuger*innen, fair gehandelte Produkte zu vermarkten, ohne den doch nicht unerheblichen Preis für die Fairtrade-Siegelung zu bezahlen). 

    Verkaufsstellen für Hallorke in Halle:

     

    • Bioladen Naturell (Große Steinstraße 79/80)
    • Weltladen Halle (Rannische Straße 18)
    • Bioladen Himmel und Erde (Große Brunnenstraße 63)
    • Biomarkt am Reileck (Stephanusstraße 12)
    • Stadtmarketing Halle (Marktplatz 13, Halle)
    • Globus Halle-Bruckdorf (Leipziger Chaussee 147)
    • Edeka-Filialen (Große Ulrichstraße 6-8, Oleariusstraße 4a)
    • E-Center (Merseburger Straße 40, Hermesstraße 15, Weißenfelser Straße 52) 


    Infos
    www.fairtrade-halle.de
    www.cafe-chavalo.de


     

  • 06. Tee, Genuss pur Open or Close

    Tee, Genuss pur

    Tee ist längst nicht so beliebt wie Kaffee, doch steigt der Verbrauch ständig und damit die Ansprüche an die Qualität. Immerhin trinken die Deutschen 28 Liter Tee pro Jahr. Grün und schwarz, weiß und rot, pur oder mit Kräutern oder Aromen verfeinert, im Beutel oder lose, die Vielfalt ist groß und alles ist biologisch angebaut, zumindest im Fairen Handel. Dort sind die Teeplantagen großenteils im Besitz von Kooperativen. Sie handeln mit ihren lokalen Vertriebspartnern den Preis aus, so dass auch etwas übrig bleibt für die notwendigen Investitionen. Die Fairtrade-Prämie ermöglicht ferner soziale Projekte. Die Arbeiter*innen – ca. 60% sind Frauen – sind fest angestellt und arbeiten unter geregelten Bedingungen.


    Muss Tee aus dem Fairen Handel stammen? Wir finden ja,

    • denn Tee wird nicht nur in Teegärten, sondern auch von Kleinbauernfamilien angepflanzt. Letztere benötigen oft zusätzliche Unterstützung, um mit dem Preisdruck und der besseren Produktqualität von Teegärten mithalten zu können.
    • denn viele Teepflücker*innen in den Teegärten sind sowohl finanziell als auch zur Deckung ihrer Grundbedürfnisse stark von ihren Arbeitgebern abhängig, da sie in der Regel auf den Grundstücken der Teegartenbesitzer leben.
    • denn prekäre Arbeitsbedingungen und eine Bezahlung unter dem Mindestlohn beim konventionellem Anbau von Tee sind keine Seltenheit.

    Fairtrade schafft verbesserte Bedingungen für Tee-Kleinbauernfamilien und für Teepflücker*innen in Teegärten.

  • 07. Kakao & Schokolade Open or Close

    Kakao & Schokolade

    Wer kann Schokolade widerstehen?
    Während der Hauptrohstoff Kakao ausschließlich in Ländern des Südens gewonnen wird, wird Schokolade zu 90% in den Industriestaaten verspeist. Gleichzeitig leben Kakaobäuer*innen im Globalen Süden in absoluter Armut.

    Soziale Probleme bei der Kakaoproduktion
    Regelmäßig stehen Berichte über ausbeuterische Kinderarbeit in den Schlagzeilen. Über 200.000 Kinder werden allein auf Plantagen in Westafrika zur Arbeit gezwungen, werden von Menschenhändler*Innen, auch über Ländergrenzen hinweg, an Plantagenbesitzer*innen verkauft.

    Kampagne „Make Chocolate fair!“ -Kampagne für faire Schokolade

    Hunger, Armut und missbräuchliche Kinderarbeit gehören noch immer zum Alltag der Menschen in den Kakaoanbauregionen. Über 122.000 Verbraucher*innen aus 17 Ländern forderten 2015 gemeinsam mit INKOTA die Schokoladenindustrie dazu auf, die Lebenssituation von Kakaobauernfamilien endlich zu verbessern. Bei der Übergabe der Kampagnen-Petition gab der Dachverband der Europäischen Süßwarenhersteller CAOBISCO wichtige Versprechen. So soll der Kampf gegen Kinderarbeit in den Kakaoanbauregionen beschleunigt und die Einkommen der Kakaobauernfamilien verbessert werden.

    Premiumschokoladen aus direkten Handelsbeziehungen

    Schokoladen von Qualitätsherstellern (z.B. Pacari, Benoît Nihant oder Zotter) sowie die einfallsreichen Variationen der Schokoladen von GEPA und El Puente sind eine sehr geschmackvolle Alternative.
    Noch fairer sind Schokoladen, die in den Anbauländern selbst hergestellt werden (z.B. El Ceibo/Bolivien, Bouga Cacao/Ecuador und Divine Chocolate/Ghana, seit neuestem auch bei Café Chavalo).
    Durch die Veredelung vor Ort bleibt ein größerer Teil der Wertschöpfung in den Anbauländern. Dadurch wird deren wirtschaftliche Unabhängigkeit gestärkt.

    Infos
    www.fairtrade-deutschland.de/produzenten/kakao/
    www.kakaoforum.de
    www.schoko-seite.de
    https://de.makechocolatefair.org (hier findet man auch einen Vergleich der Siegel)


     

  • 08. Südfrüchte Open or Close

    Südfrüchte

    Wenige Großkonzerne importieren viele Früchte
    Neben einheimischen Äpfeln und Birnen sind auch Bananen aus Peru, Orangen aus Brasilien sowie Mangos aus den Philippinen für uns selbstverständlich. Der Fruchtwelthandel wird zu über 80% von einer Handvoll multinationaler Konzerne wie Chiquita, Dole oder Del Monte kontrolliert. Kleinbäuer*innen werden damit oft zur Aufgabe ihrer Produktion gezwungen und bleiben auf der Strecke.

    Intensive Anbaumethoden schaden Mensch und Umwelt
    Produziert wird auf riesigen Plantagen, unter Verletzung von Arbeitsrechten und bei mangelhaftem Umweltschutz: Die Arbeiter*innen leiden unter Armutslöhnen, überlangen Arbeitstagen, Gewerkschaftsunterdrückung, Geschlechterdiskriminierung und Gesundheitsproblemen. Viele Plantagenbesitzer*Innen geben mehr Geld für giftige Agrarchemikalien aus als für Löhne und den Schutz der Arbeitnehmer*Innen!

    Regionale Früchte der Saison bevorzugen
    Aufgrund der Probleme bei der Produktion und des hohen Energieverbrauchs für den Import, sollte der Konsum von Südfrüchten möglichst reduziert und beim Einkauf auf saisonale und regionale Produkte geachtet werden. Wenn Früchte aus dem Süden, dann biologisch hergestellt und aus ökologischer Landwirtschaft.

    Infos
    www.banafair.de
    www.makefruitfair.de
    www.predafairtrade.net


    Foodsharing: Teilen statt Tonne

    Pro Kopf landen jährlich 83 kg Lebensmittel in Deutschland im Müll. In Halle gibt es mittlerweile 3 Fair-Teiler, an denen Lebensmittel verschenkt werden, die sonst weggeschmissen worden wären. Die Fair-Teiler stehen allen offen – zum Bringen oder Mitnehmen https://foodsharinghalle.wordpress.com/

  • 09. Palmöl im Tank und auf dem Teller Open or Close

    Palmöl im Tank und auf dem Teller

    Mit 66 Millionen Tonnen pro Jahr ist Palmöl das meist produzierte Pflanzenöl. Der niedrige Weltmarktpreis und die von der Industrie geschätzten Verarbeitungseigenschaften haben dazu geführt, dass es inzwischen in jedem zweiten Supermarktprodukt steckt. Neben Fertigpizza, Keksen und Margarine begegnet uns Palmöl auch in Körpercremes, Seifen, Schminke, Kerzen und Waschmitteln.
    2016 importierte die EU 6,43 Millionen Tonnen Palmöl aus Indonesien und Malaysia. In der EU fließt fast die Hälfte des importierten Palmöls in sogenannten Biosprit. Die 2009 beschlossene gesetzliche Beimischungspflicht von Agrosprit in Benzin und Diesel ist eine wichtige Ursache der Regenwaldabholzung.


    Inzwischen dehnen sich die Palmölplantagen weltweit auf mehr als 27 Millionen Hektar aus. Auf einer Fläche so groß wie Neuseeland mussten Mensch und Tier bereits den „grünen Wüsten“ weichen.


    In Südostasien, Lateinamerika und Afrika werden Tag um Tag riesige Regenwaldflächen gerodet und abgebrannt, um Platz für die Plantagen zu schaffen. Dabei gelangen große Mengen klimaschädlicher Gase in die Atmosphäre. Indonesien, Hauptproduktionsland von Palmöl, war 2015 zeitweise für mehr Treibhausgasemissionen verantwortlich als die USA.


    Doch nicht nur das Klima leidet: Mit den Bäumen verschwinden seltene Tierarten wie Orang-Utan, Borneo-Zwergelefant und Sumatra-Tiger. Kleinbäuer*innen und Indigene, die den Wald über Generationen bewohnen und beschützen, werden oft brutal von ihrem Land vertrieben. Auch auf sogenannten „nachhaltig bewirtschafteten“ oder „Bio“-Plantagen kommt es immer wieder zu Menschenrechtsverletzungen.
    Unser täglicher Palmölkonsum hat jedoch auch für uns persönlich direkte negative Auswirkungen: In raffiniertem Palmöl sind große Mengen gesundheitsschädlicher Fettsäureester enthalten, die das Erbgut schädigen und Krebs verursachen können.


    Diese einfachen Tipps helfen, Palmöl zu erkennen, zu meiden und zu bekämpfen:

    • Selbst kochen, selbst entscheiden: Mandel-Kokos-Birnen-Kekse? Kartoffel-Rosmarin-Pizza? Frische Zutaten, gemixt mit ein bisschen Fantasie, stellen jedes (palmölhaltige) Fertigprodukt in den Schatten. Zum Kochen und Backen eignen sich europäische Öle aus Sonnenblumen, Oliven, Raps oder Leinsamen.
    • Kleingedrucktes lesen: Auf Lebensmittelpackungen muss seit Dezember 2014 angegeben werden, wenn ein Produkt Palmöl enthält. In Kosmetik, Putz- und Waschmitteln versteckt sich der Regenwaldfresser hingegen hinter einer Vielzahl chemischer Fachbegriffe. Per Internetrecherche lassen sich leicht palmölfreie Alternativen finden.
    • Fragen Sie im Geschäft nach: Welche palmölfreien Produkte bieten Sie an? Wieso verwenden Sie keine heimischen Öle? Nachfragen beim Verkaufspersonal und Briefe an die Produkthersteller*innen lassen Firmen um die Akzeptanz ihrer Produkte bangen. Der öffentliche Druck und das gestiegene Problembewusstsein haben schon einige Produzent*innen zum Verzicht auf Palmöl bewogen.
    • Petitionen und Politikerbefragungen: Online-Protestaktionen üben Druck auf die Politiker*innen aus, die für Biosprit und Palmölimporte verantwortlich sind.


    (Quelle und weitere Infos: www.regenwald.org)

    Übrigens, wer sich biologisch und vegan ernährt, hat hier Probleme: Es gibt kaum eine Bio-Margarine ohne Palmfett.

  • 10. Faire Gewürze im Weltladen Open or Close

    Faire Gewürze im Weltladen

    Was wäre unser Essen ohne Gewürze! Die feine Küche entsteht hauptsächlich durch die Kunst des Würzens. Dabei kommt kaum eines der beliebten Gewürze aus hiesigen Regionen. Von Pfeffer über Kardamom oder Vanille zu besonders ausgewogenen, interessanten Gewürzmischungen sind wir auf Importe angewiesen. Jedoch sind die Gewürze in der Hand weniger einzelner Konzerne. Sie bestimmen über Qualität und Preis. Aber es gibt eine faire Alternative.


    Entdecken Sie eine große Auswahl an fair gehandelten erlesenen Bio-Gewürzen und Kräutern aus aller Welt. Die Herkunftsländer sind vor allem Sri Lanka, Libanon, Ägypten, Südafrika, Indien, Uganda, Vietnam, Nepal, Peru.
    Kleinbauernfamilien, in Kooperativen zusammengeschlossen und in regionale Vermarktungs- und Exportorganisationen integriert, bewirtschaften kleine Landflächen ökologisch. In der Regel erfolgt der Anbau in Mischkultur bei manueller Pflege und Ernte der Pflanzen.


    Neben Unterstützung bei Aus- und Weiterbildung der Kleinbauern vor Ort und Zahlung von Bio-Prämien garantieren langfristige stabile Verträge mit den Fair-Handels-Importeuren/Organisationen – vorrangig EL Puente und dwp – einen regelmäßigen Absatz dieser hochwertigen Lebensmittel zu fairen Preisen. Fair gehandelte Gewürze in biologischer Anbauweise in Mischkultur gibt es bislang vor allem in Weltläden. Auch Rezeptanregungen finden Sie dort.

  • 11. Sport und Spiel Open or Close

    Sport und Spiel

    Spielzeugproduktion heißt oft Billigproduktion
    Kinder und Erwachsene wollen spielen. Spaß und Freude stehen dabei im Mittelpunkt. Für andere Menschen und die Natur mit oft weitreichenden Konsequenzen.
    Etwa 70% der in Deutschland verkauften Spielzeugartikel werden in Asien, vor allem in China, hergestellt – bei bis zu 100 Wochenarbeitsstunden ohne Lohnausgleich.

    Aktion fair spielt
    Die Aktion fair spielt (www.fair-spielt.de) setzt sich gemeinsam mit Partnern in Asien und Europa für faire Regeln in der Spielzeugindustrie ein. Eine laufend aktualisierte Übersicht informiert, welche Unternehmen faire Verhaltensregeln umsetzen.
    Logo: fairspielt

    Alternativen in Halle
    Fair gehandeltes Spielzeug gibt es im Weltladen Halle und im Lolalü-Laden (Geiststraße 32).


    Faire Bälle

    In Deutschland gibt es faire Bälle u.a. von Derbystar, Puma und der Bad Boyz Ballfabrik e.K., über die Online Shops von GEPA und dwp, sowie in Weltläden zu kaufen.


     

  • 12. Kleidung Open or Close

    Kleidung

    Der Einsturz von Rana Plaza bleibt in Erinnerung
    Spätestens seit dem Einsturz des Fabrikgebäudes in Bangladesch im Jahr 2013 mit 1243 Toten kennt jeder die Probleme billig hergestellter Kleidung. Geändert hat sich seitdem kaum etwas. Großkonzerne wie Aldi, Adidas, Primark, H & M, Boss, Zara oder Kik wollen sich nicht auf faire Produktionsbedingungen festlegen.

    Faire Mode im Kommen
    Für den Verbraucher bedeutet das: Wer möglichst viel und billig (Fast Fashion) einkauft, finanziert ausbeuterische Arbeitsverhältnisse, ungerechte Handelsstrukturen, Einsatz von Chemie, Mangel an Sauberkeit, Kinderarbeit und ökologische Schäden gleich mit.
    Das Argument, faire Mode sei nicht modisch genug, stimmt schon lange nicht mehr. Viele Designer produzieren heute fair, und die Branche wächst.



    Infos
    www.ci-romero.de
    www.gruenemode.de
    www.ishopfair.net
    www.saubere-kleidung.de




    Empfehlenswerte Logos für fair gehandelte Kleidung sind:

    Fair-Logo    

     


    Läden in Halle, die  fair produzierte Mode anbieten:

    • Weltladen Halle /Eine Welt e.V., Rannische Straße 18
    • Ankleidezimmer, Große Ulrichstraße 29
    • Libelle, Schmeerstraße 20  
    • Skrabak, Oleariusstraße 1
    • Naturata, Trothaer Straße 14
    • Ateliergemeinschaft Frauenzimmer, Große Klausstraße 20
    • Shoes and the City Vintage, Kleine Ulrichstraße 20

    Kleidung mit dem Fairwear-Logo sind außerdem auch in Outdoor-Geschäften zu finden, fragen Sie danach!

    Neu in Halle, das Label Greenbomb:

    Wohin mit alten Klamotten?

    Zu kurz, zu unmodern – weg damit. Die alten Sachen stehen schon für die nächste Straßensammlung bereit? Achtung, oft handelt es sich bei den Abholern um gewerbliche Firmen, die mit den Altkleidern Geld machen. Besser: Geben Sie Ihre Kleidung an Sozialkaufhäuser, Kleiderkammern oder im Umsonstladen ab. Das Zeichen „Fairwertung“ garantiert eine verantwortungsvolle Entsorgung. Tauschparties oder Kleiderkreisel sind ebenfalls eine gute Alternative.


    Infos
    www.fairwertung.de
    www.klamottentausch.net
    www.fairwear.org
    https://utopia.de/ratgeber/nachhaltige-outdoor-bekleidung



    Gebrauchte Kleidung kann in Halle abgegeben werden z.B. im Umsonstladen (Böllberger Weg 5) oder an der Kleidertauschstelle am August-Bebel-Platzund bei Flohmärkten oder Kleidertauschbörsen.
     

  • 13. Schuhe Open or Close

    Schuhe

    Die Schuhbranche gehört weltweit zu den nach wie vor wachsenden Wirtschaftszweigen. Ähnlich wie in der Bekleidungsindustrie sind einzelne Arbeitsschritte in der seit den 1970er Jahren zunehmend globalisierten Wertschöpfungskette der Schuhproduktion extrem arbeitsintensiv und werden oft nur in Handarbeit und häufig in Heimarbeit getätigt.
    Mit sieben Paar pro Person pro Jahr werden die meisten Schuhe in den USA konsumiert, gefolgt von Deutschland, Japan und Großbritannien mit etwa fünf Paar pro Person und Jahr.
    87% der weltweiten Schuhproduktion findet in Asien statt, vor allem in China, Indien, Brasilien, Vietnam und Indonesien.

    Zur Gerbung des Leders für Lederschuhe wird zu 85 % Chrom verwendet. Der Einsatz von Chrom und anderen Chemikalien führt in den Gerbereien häufig zu gesundheitlichen Problemen. Auch bei der Herstellung der Schuhe erfolgen mehrere Schritte in Handarbeit, welche oft in Heimarbeit verrichtet wird.

    Ähnlich wie in der Bekleidungsindustrie werden in der Schuhproduktion grundlegende Arbeitsrechte nicht eingehalten und damit gegen Menschenrechte verstoßen. Oftmals wird Arbeiter*innen in den Produktionsländern nicht der gesetzlich vorgeschriebene Mindestlohn gezahlt, geschweige denn ein existenzsichernder Lohn.

    Die Kampagne Change Your Shoes

    Die Kampagne Change Your Shoes macht auf die Missstände in der globalen Schuh- und Lederindustrie aufmerksam. Sie informiert die Konsument*innen über die Arbeits- und Umweltsituation in den Produktionsländern, kooperiert mit Gewerkschaften, Medien und Aktivist*innen und baut Druck auf Unternehmen und politische Entscheidungsträger auf, um grundlegende und langfristige Verbesserungen entlang der Lieferkette von Leder und Schuhen zu bewirken.

    Alternativen in Halle:
    Z.B. FussZone GmbH, hier gibt es in Europa hergestellte Think-Schuhe, mit chromfrei gegerbtem Leder. Die österreichische Firma hat sich der Nachhaltigkeit verpflichtet (Bernburger Straße 20)

    Infos
    www.inkota.de
    www.cleanclothes.at/schuhe

  • 14. Nachhaltiges Wohnen Open or Close

    Nachhaltiges Wohnen

    Öko boomt – Umdenken auch beim Interieur
    Ob Wohnaccessoires, Töpferwaren, Heimtextilien oder Schmuck, viele Kunsthandwerkprodukte kommen aus Afrika, Südamerika oder Asien. Die Herstellung ist mittlerweile durch erhöhte Nachfrage kommerzialisiert worden. Die Massenproduktion von billigen Wohngegenständen und Modeschmuck sind mit negativen sozialen und ökologischen Auswirkungen verbunden.

    Aus lackierten Spanplattenmöbeln können Lösungsmittel ausdünsten. Bettwäsche und Matratzen, die Kunststoffe enthalten, können gesundheitsgefährdende Dämpfe, Weichmacher und Schwermetalle abgeben – über lange Zeit hinweg. Die gesundheitlichen Schäden für die Arbeiter*innen sind verheerend und auch Endverbraucher gefährden ihre Gesundheit.

    Alternativen
    Massivholzmöbel (aus heimischem Holz), Teppiche und handgefertigte Kissen mit Fairtrade-Zertifikat, Keramik und Töpferwaren aus Fairem Handel oder Schmuck aus nachhaltig gewonnen Rohstoffen sind angesagt. Fair gehandelte Teppiche sind erkennbar an den Siegeln GoodWeave von RugMark und STEP von Label STEP. Bei Baumwolle auf das GOTS-Siegel achten.
    Auf Tropenholz  am besten komplett verzichten. Das FSC-Siegel für Holz ist nicht empfehlenswert.

    Infos:
    www.goodewave.de
    www.label-step.org
    www.faire-edelsteine.de
    www.fairtrademinerals.de
    www.fsc-watch.com

    Alternativen in Halle:
    Faire Wohnaccessoires und Dekoartikel gibt es im Weltladen (Rannische Straße 18)

     

       
         

     

     

  • 15. Blumen Open or Close

    Blumen

    Nur ungefähr jede fünfte gehandelte Blume stammt aus Deutschland
    Mehr als 3 Milliarden Euro geben die Bundesbürger*innen jährlich für Schnittblumen aus. Damit liegt Deutschland weltweit an dritter Stelle. Ursprungsländer sind Kolumbien, Ecuador, Kenia, Tansania, Äthiopien und Simbabwe.

    Blumenproduktion ist gesundheitsschädigend...
    Zwei Drittel der Beschäftigten in der Blumenindustrie sind weiblich. Oft reicht der Verdienst bei weitem nicht für die Grundversorgung ihrer Familien. Sie arbeiten ohne Vertrag, soziale Sicherung und Schutzkleidung. Durch den Einsatz von Pestiziden und Fungiziden sind sie massiven Gesundheitsgefahren ausgesetzt.

    …und gefährdet Ernährungssicherheit
    Der hohe Chemikalieneinsatz vergiftet Böden und Gewässer, der enorme Wasserverbrauch führt zu regionaler Verknappung. Auch Blumen mit dem Fairtrade-Siegel stammen oft aus Ländern, wo die Bevölkerung keinen ausreichenden Zugang zu sauberem Trinkwasser hat. Außerdem treten die Blumenunternehmen durch die Nutzung und Verschmutzung von Böden und Wasser in direkte Konkurrenz zur kleinbäuerlichen Landwirtschaft und zur Nahrungsmittelproduktion für örtliche Märkte.


    Blumen aus der Region
    sind daher die beste Alternative. Bevorzugen Sie in der Saison heimische Freilandware. Blumen mit dem Fairtrade-Siegel sind zumindest besser als nicht zertifizierte Importware.

    Alternativen in Halle:
    Blumen aus regionalem Anbau sind erhältlich:

    • Im Sommerhalbjahr mehrmals wöchentlich auf dem Halleschen Wochenmarkt (Marktplatz).
    • Weitere Blumengeschäfte in Halle haben z.T. Blumen aus eigenen und /oder regionalen Gärtnereien im Angebot. Fragen Sie in Ihrem Blumengeschäft danach!


    Folgende Blumenläden in Halle haben fair gehandelte Blumen mit im Sortiment:

    • Blume 2000 (Leipziger Straße)
    • Flora Trans / Rosenrot [Blumenversand] (Otto-Schmeil-Straße 1)


    Außerdem sind fair gehandelte Blumen erhältlich in verschiedenen Supermärkten und Discountern in Halle.


    Links:
    www.utopia.de


    Weiterlesen:
    Silke Peters: Blühende Geschäfte“, 14,95 Euro, oekom verlag

     

  • 16. Computer, Handy & Co Open or Close

    Computer, Handy & Co

    Die Rohstoffe
    Für ein Elektronikgerät werden bis zu 700 verschiedene Stoffe und Mineralien benötigt. Deren Abbau, hauptsächlich im Globalen Süden, hat für die lokale Bevölkerung fatale Folgen: Menschen werden von ihrem Land vertrieben. Der Betrieb von Minen vergiftet  Böden, Grundwasser und Luft. Da die Rohstoffe wertvoll sind, führt das – wie etwa im Kongo beim Abbau von Coltan – oftmals zu gewaltsamen Konflikten. Zwangsarbeit, die Rekrutierung von Kindersoldat*innen sowie Waffenhandel gehören mit zu den Auswüchsen in diesem Geschäft.

    Die Herstellung
    Zusammengeschraubt werden die Geräte meistens in Südostasien und China – unter menschenunwürdigen Bedingungen: keine festen Arbeitsverträge, keine existenzsichernden Löhne, mangelnde Sicherheitsvorkehrungen sowie Zwangsüberstunden sind an der Tagesordnung. Wenige Anbieter*innen fertigen auch in Europa (Fujitsu/Augsburg, Sennheiser/Irland, TechniStar/Schöneck) und sind somit zumindest bei den Arbeitsbedingungen fairer als ihre Konkurrent*innen.

    Faire Maus und Fairphone gehen neue Wege
    Rohstoffe, Zulieferer, Produzent*innen - die faire Maus von Nager IT aus dem oberbayrischen Bichl verrät fast alles über ihr Innenleben. Zulieferer und Rohstoffquellen wurden hier transparent gemacht.  
    Ein ähnliches Konzept bietet das Fairphone. Das zweite Fairphone ist im Vergleich beispielhaft darin, seine Produktion transparent zu machen, sowohl, was die Kostenaufstellung betrifft als auch in Bezug auf die Zulieferer und Rohstoffquellen.


    (Bild: faire Maus, Nager IT)

    Probleme bei Computer, Handy & Co.

    Die Entsorgung
    Elektroschrott ist der am schnellsten wachsende Müllberg weltweit. Der Elektromarkt entwickelt sich rasant, die Geräte haben eine immer kürzere Nutzungszeit. Obwohl der Müllexport illegal ist, werden viele Altgeräte nach Indien, China oder Afrika transportiert. Die Geräte werden auf Mülldeponien verbrannt, so können die Arbeiter (oft Kinder) die Kupferkabel und andere Rohstoffe herauslösen. Schwermetalle vergiften Luft und Wasser, aber vor allem die Menschen.

    (Bild:)


    Filmtipp "Giftige Geschäfte - Der Elektromüll-Skandal"

    Der illegale Export von Elektroschrott ist ein Millionengeschäft, das die Umwelt sowie das Leben und die Gesundheit vieler Menschen zerstört. Der Dokumentarfilm von Cosima Dannoritzer nimmt den Zuschauer mit auf eine Reise durch Europa, nach China, Afrika und in die USA, und zeigt die mangelnden Kontrollen, Geldgier und Korruption des europäischen Recycling-Systems.

    Alternativen
    Die Firma TCO Development setzt sich für nachhaltige Entwicklung im IT-Bereich ein und bietet mit „TCO Certified“ ein eigenes Siegel. Vor allem ist es wichtig, beim Kauf auf Langlebigkeit der Geräte zu achten. Technische Geräte sollten grundsätzlich im Fachgeschäft entsorgt oder bei einer Recyclingstelle abgegeben werden.

    Bild: Logo TCO

    Vertreiber von Elektrogeräten müssen diese auch zurücknehmen. Weitere Infos dazu finden sich auf der Seite www.stiftung-ear.de
    Weiterhin können gebrauchte Elektrogeräte im Wertstoffhof der Stadtwerke Halle (Äußere Hordorfer Straße 12) abgegeben werden.

    Gebrauchte Handys kann man auch im Weltladen Halle (Rannische Straße 18) abgeben. Sie werden dann einer ordnungsgemäßen Wiederverwertung zugeführt.

    Kaputt und was jetzt?

    Viele Geräte lassen sich relativ einfach reparieren. Kommerzielle Handy-Reparatur gibt es z.B. in der Refonio-Werkstatt in Halle (Refonio, Steinweg 37).


    Infos:
    www.makeitfair.org
    www.clean-it.at
    www.nager-it.de
    www.fairphone.com
    www.label-online.de
    www.refonio.de
    www.stiftung-ear.de
    www.weltladenhalle.de

     

  • 17. Papier Open or Close

    Papier

    Deutschland, Spitzenreiter der Papierverschwender*innen
    Mit über 250 kg pro Kopf verbrauchen wir hierzulande jährlich so viel Papier wie die Menschen in Afrika und Südamerika zusammen.
     
    Toilettenpapier, Küchenrollen, Schreibblock – alles Bäume
    Große Urwaldflächen werden gerodet, ganze Ökosysteme vernichtet und Menschen vertrieben. Fast jeder zweite industriell gefällte Baum wird zu Papier verarbeitet. Zur Papierherstellung wird Chlor in großen Mengen eingesetzt. Das verschmutzt die Flüsse. Menschen in der Papierproduktion leiden an Hauterkrankungen, Husten und Atembeschwerden.

    Fragwürdige Werbeslogans der Industrie
    Mit den Slogans „tropenwaldfrei“, „chlorfrei“ oder „holzfrei“ betreibt die Industrie Verbrauchertäuschung, indem sie Nachhaltigkeit suggeriert. Auch das FSC-Siegel für Papier kann nicht empfohlen werden.  (Infos unter www.fsc-watch.org).

    Dem „Blauen Engel“ vertrauen
    Wirklich umweltfreundliches Papier ist am "Blauen Engel" (mit dem Hinweis: „aus 100% Altpapier") erkennbar.
    www.wald.org/papier/schule/bezug.php


     

    Die Stadt Halle geht bei der Papierbeschaffung beispielhaft voran. Das in der Stadtverwaltung benutzte Papier ist fast ausschließlich Recycling-Papier. Dafür wurde die Stadt bereits seit mehreren Jahren im Städtewettbewerb „Papieratlas“ ausgezeichnet.


    Infos
    www.papier.wald.org
    www.papieratlas.de
    www.memo.de
    www.pro-regenwald.de
    www.robinwood.de

  • 18. Tabak Open or Close

    Tabak

    Tabak wird unter skandalösen Bedingungen produziert
    Industrieller Tabakanbau benötigt etwa 100mal so viel Arbeitskraft wie der Anbau von Weizen und verdrängt in einigen Ländern (z.B. Malawi und Simbabwe) zunehmend den Nahrungsmittelanbau. In allen bedeutenden Anbauländern (Brasilien, Indien, USA, Malawi) arbeiten Kinder auf den Feldern. Als Erntehelfer*innen sind sie der Gefahr ausgesetzt, an der Grünen Tabakkrankheit zu erkranken, weil sie täglich bis zu 54 Milligramm Nikotin (etwa 50 Zigaretten) über die Haut aufnehmen. Rasch zeigen sie Symptome einer Nikotinvergiftung.

    Alternativen gibt es nicht
    Tabak kann weder aus sozialer noch aus gesundheitlicher oder ökologischer Sicht als ethisch vertretbares Produkt bezeichnet werden und kommt deshalb für den Fairen Handel grundsätzlich nicht in Frage.

    Infos
    www.unfairtobacco.org

     

  • 19. Natur- und Grabsteine Open or Close

    Natur- und Grabsteine

    50% der deutschen Grabsteine stammen aus Indien
    Natursteine wie Granit, Sandstein und Marmor werden z.B. für Küchenarbeitsplatten, Außenfassaden und Grabsteine verarbeitet. Billig für uns, teuer für die Steinbrucharbeiter*innen. Zum Teil sklavenähnliche Ausbeutungsverhältnisse, schwerste Kinderarbeit und massive Schädigung der Umwelt sind keine Ausnahme.
    Gesetzliche Regelungen für Arbeitsschutz werden in der Praxis kaum beachtet. Unfälle mit tödlichem Ausgang, Berufsunfähigkeit wegen Staublunge und weitgehende Missachtung internationaler Mindeststandards sind verbreitet. Die durchschnittliche Lebenserwartung der Arbeiter liegt bei 40 Jahren.

    Die Siegel XertifiX und WiN=WiN FairStone garantieren fair hergestellte Steine.


    Infos und Händlerlisten:
    www.fairstone.win--win.de
    www.xertifix.de

     

     

     

  • 20. Geld Open or Close

    Geld

    Geldanlagen: Grundstein für die Wirtschaft von morgen
    Spätestens seit der Finanzkrise ist das Vertrauen in ein verantwortungsvolles Wirtschaften der Banken erschüttert. Anleger*innen suchen nach ethischen Anlagemöglichkeiten und Kleinsparern ist deutlich geworden, dass sie mit der Wahl ihrer Bank Politik machen. Das gilt vom Girokonto bis zur Geldanlage. Es gibt immer mehr Möglichkeiten für einen ethischen, öko-sozialen Umgang mit Geld (z.B. GLS-Bank, Umweltbank, Bank für Sozialwirtschaft, LIGA Bank, Pax-Bank, Oikocredit u.a.).


    Der Oikocredit Förderkreis Mitteldeutschland leistet entwicklungspolitische Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit in der Region. Außerdem bietet er seinen Mitgliedern die Möglichkeit, sich mit einer ethischen Geldanlage an Oikocredit zu beteiligen.


    Infos
    www.kritischeaktionaere.de
    www.cric-online.org
    www.mitteldeutschland.oikocredit.de

  • 21. Gold und Edelsteine Open or Close

    Gold und Edelsteine

    Rohstoffgewinnung immer problematisch
    Label und Siegel für faires Gold sind grundsätzlich zu hinterfragen. Es gibt kein faires Gold und keine fairen Edelsteine, da eine unabhängige Kontrolle kaum gewährleistet werden kann. Goldabbau ist in der Realität fast immer mit erheblichen Umweltschäden und Menschenrechtsverletzungen verbunden. Einige Goldschmiede verwenden daher recycletes Gold. Selbst beim Schmuck in den Weltläden – Gold gibt es da nur in wenigen Ausnahmefällen – können allenfalls Arbeitsprozess und Arbeitsbedingungen als fair gelten. In der Regel werden die Materialien auf dem lokalen Markt gekauft. Einige Importeure arbeiten jedoch an Alternativen.

    Eine mögliche Alternative wäre recycletes Gold und die Umarbeitung alter Schmuckstücke.

    Infos
    www.kampagne-bergwerk-peru.de
    www.infostelle-peru.de
    www.regenwald.org/themen/gold
    www.fairtrademinerals.de

     

  • 22. Fairtrade-Stadt Halle Open or Close

    Fairtrade-Stadt Halle

    Halle ist seit November 2015 Fairtrade-Stadt. Seit Februar 2014 existiert mit der Projektgruppe Fairtrade-Town Halle ein breites Bündnis von Vertreter*innen der Zivilgesellschaft, des Stadtrates, des Einzelhandels und der Stadtverwaltung. Gemeinsam setzen sie sich für Fairen Handel, gerechte Produktionsbedingungen und Handelsbeziehungen ein.
    www.fairtrade-halle.de



    Fairer öffentlicher Einkauf – die Stadt Halle

    Vorbildfunktion der Kommunen
    Bund, Länder und Kommunen geben jährlich rund 360 Milliarden Euro für Güter und Dienstleistungen aus, davon entfällt die Hälfte auf die Kommunen. Diese besitzen damit ein enormes wirtschaftliches Potential, das auf privates und unternehmerisches Handeln ausstrahlen kann.

    Wie sieht es in der Stadt Halle aus?
    2007 hat der Hallesche Stadtrat beschlossen, nur noch Produkte einzukaufen, die ohne ausbeuterische Kinderarbeit hergestellt sind. 2010 gab es einen weiteren Stadtratsbeschluss, dass beim Einkauf von Produkten durch die Stadt Halle auf die Einhaltung der ILO-Kernarbeitsnormen zu achten ist.

    Im Jahr 2018 plant die Stadt Halle die Entwicklung eines Konzeptes für die nachhaltige und soziale Beschaffung (Einkauf) von Produkten durch die Kommune Halle. Dafür wurde eigens eine Projektstelle bei der Stadt Halle eingerichtet.


    Kontakt & Infos
    Oliver Paulsen, Referat Grundsatzangelegenheiten, Stadt Halle

  • 23. Fair Trade in der Halleschen Gastronomie Open or Close

    Fair Trade in der Halleschen Gastronomie

    Diese Betriebe bieten Fairtrade-Produkte an:

    • Cafe The Art, Sternstraße 4
    • Fräulein August, August-Bebel-Platz
    • Eisdealer, Ludwig-Wucherer-Straße 62
    • Vegs, Ludwig-Wucherer-Straße 29
    • Lichthaus, Dreyhauptstraße 3
    • LuchsKino am Zoo, Seebener Straße 172
    • Puschkino, Kardinal-Albrecht-Straße 6
    • Cafe Rosenburg, Adolf-Straße 10
    • Sonnendeck, Pfälzer Ufer
    • Spielehaus in den Franckeschen Stiftungen, Franckeplatz 1
    • Weltladen Halle, Rannische Straße 18
    • Bistro BioRio, Große Ulrichstraße 16



    Fair Trade gibt es in Halle  auch im Cinemaxx, in allen Steinecke-Bäckereien, in den Filialen von Domino-Pizza und Uno-Pizza sowie bei Subway und Tchibo.


    Auch in allen Mensen und Cafeterien des Studentenwerkes Halle werden fair gehandelte Tees und Kaffee in Bio-Qualität angeboten.
    Dort besteht auch die Möglichkeit, den eigenen Mehrwegbecher mitzubringen und wieder befüllen zu lassen.

     

  • 24. Weltladen, Bioläden und Biomärkte in Halle Open or Close

    Weltladen, Bioläden und Biomärkte in Halle

    Weltladen

    • Weltladen Halle, Rannische Straße 18


    Bioläden mit fair gehandelten Produkten

    • Himmel und Erde, Große Brunnenstraße 63
    • Bioladen Rucola, Ludwigstraße 37
    • Biomarkt am Reileck, Stephanusstraße 12
    • Biotopia, Kleine Ulrichstraße 18a
    • Naturell, Große Steinstraße 79-80
    • Ökohalle, Geiststraße 21
    • Food-Coop Rübchen e.V, Karl-Liebknecht-Straße 21a (Mitgliederladen)


    Biomärkte mit fair gehandelten Produkten

    • Biorio, Große Ulrichstraße 16
    • Naturata, Trothaer Straße 14
    • Denn`s, Leipziger Straße 100


    Fair Trade-Produkte gibt es in Filialen von:
    dm, Edeka, GALERIA Kaufhof, Kaufland, Metro, Penny, Real, Rewe, Rossmann, Toom, Netto, Lidl, Drogeriemarkt Müller, Globus, Aldi, Nahkauf, u.a.

    Fair Trade gibt es auch in verschiedenen Halleschen Kirchengemeinden, Vereinen und Schulen. Fragen Sie nach!

     

  • 25. Impressum Open or Close

    Impressum (der Broschüre)

    Diese Broschüre entstand in Kooperation mit dem Nord-Süd-Forum München e.V. Wir danken dem Nord-Süd-Forum, insbesondere Raphael Thalhammer, für die Unterstützung!

    Herausgeber
    EINE WELT Netzwerk Sachsen-Anhalt e. V.
    Friedenskreis Halle e. V.
    Eine Welt e. V. Weltladen Halle
    in Kooperation mit der Projektgruppe Fairtrade-Town Halle

    Kontakt:

    Ulrike Eichstädt, Friedenskreis Halle e.V., Große Klausstraße 11, 06108 Halle, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, 0345 27980759

    Redaktion: Ulrike Eichstädt, Marion Feuerstein
    Mitarbeit: Lars Juister, Fabian Kursawe, Oliver Paulsen, Ashley Klein
    Layout: Diana Neumerkel www.diananeumerkel.de
    Druck: Klimaneutral gedruckt mit Bio-Farben auf 100% Recyclingpapier.


    Auflage
    1. Auflage, Dezember  2017

    Wir danken allen, die zur Erstellung dieser Broschüre beigetragen haben.

    Gefördert vom ENGAGEMENT GLOBAL im Auftrag des BMZ

       



    Logos Friedenskreis, Weltladen, Halle handelt fair
    Förderlogos: Engagement Global /BMZ; Brot für die Welt /EED, Evangelische Kirche Mitteldeutschlands, Ministerium für Wirtschaft und Digitalisierung LSA

    Für den Inhalt dieser Publikation sind die Herausgeber verantwortlich. Die hier dargestellten Positionen geben nicht den Standpunkt von Engagement Global gGmbH und dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung wieder.

     

 

Hier können Sie sich den aktuellen Fairen Einkaufsführer für Halle herunterladen:


Projektgruppe

  BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN; Stadtverband Halle (Saale)  


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